|
Die
Millenium war, damals 1999 mein drittes mehrmotoriges Modell. Es
hat mir bis 2010 viel Freude und kaum Ärger bereitet. Dann aber
kam der "Augenblick der Wahrheit", da ich damit
begonnen habe meine mit Verbrennungsmotoren ausgerüsteten
Modelle Zug um Zug gegen solche mit Elektroantrieb zu ersetzten.
Was sollte ich nun aber mit der Millenium machen...?
Ein
solches Modell ist kaum zu verkaufen, und wenn doch kaum zu
einem Preis der die Einzelnen Komponenten rechtfertigen würde.
So entschloss ich mich dazu dieses Modell umzubauen auf
Elektroantrieb. Die Verbrennungsmotoren und das Zubehör dazu
wurden ausgebaut und einzeln verkauft. Auch die Radbremsen
musste weichen. Der Neuaufbau mit den Elektroantrieben ist in
dieser Umbaubeschreibung
etwas detaillierter nachzulesen.
Nun
habe ich ein praktisch neues Modell das im vergleich zur
früheren, vollgetankten Version gut ein halbes Kilo leichter
ist und nahezu senkrecht "in den Himmel beschleunigt werden
kann". Die guten Flugeigenschaften von vorher haben sich
nur noch mehr verbessert.
Zusätzlich
hat sich auch gezeigt, dass die Millenium so auch ein ganz
passabler Kameraträger ist:
Filme
mit Modellflugzeugen gedreht

|
|
Passieren kann es immer; ein Absturz. Hier hat es
meine rund 25 Jahre alte Millenium getroffen. Die Ursache ist
mit Sicherheit der Ausfall der RC-Stromversorung durch einen
kleinen 4-Zellen-NiMh-Akku, ausgelöst durch einen Wackelkontakt
oder Ausfall des Ein-Ausschalters.
Unfallanalyse
Schon beim Einschalten der Anlage, vor dem
Start stellte ich zuerst fest, dass "nichts ging". Erst nach
nochmaligem Ein- und Ausstecken des Empfängerakkus, ging alles
und auch ein kurzes Rütteln am Kabel/Stecker ergab keine
Ausfälle; also zuvor die Steckverbindung wohl nicht ganz
zusammen geschoben (Universal-Servostecker-Verbindung).
Dann, nach zwei, drei Minuten Flug und Beginn eines
Gegenanfluges für einen tiefen Platzüberflug; keine Kontrolle
mehr über das Modell..!!
Die eben noch auf gut Halbgas laufenden Motoren, stellten
gleichzeitig ab...; ich konnte dann nur noch zuschauen wie das
Modell in einen geschätzten 30° Sinkflug überging und mit einer
ungefähren Längsneigung nach links von 40 - 60°., mit
geschätzten 60 - 70 km/h (Minimum) in einem Maisfeld einschlug.
Der Knall war trotz der Entfernung von um die 150m sehr gut zu
hören...
Das es ein Stromausfall der Empfangsanlage war ist sicher, da
beide Motoren plötzlich abstellen, da dann ja kein Sendersignal
an den Brushless-Reglern anlag und diese darum die Motoren
sogleich abstellen. In Zusammenhang mit meinem vorherigen
Problem beim Einschalten, bin ich davon überzeugt, dass bei der
Akku-Steckerverbindung, oder beim Schalter, die Ursache zu
suchen ist.
Interessant an dem Absturz ist für mich, dass
trotz dem Aufschlag mit hoher Geschwindigkeit, die beiden
Motorgondeln kaum beschädigt wurden, sogar die Propeller waren
beide unbeschädigt. Nebst dem Fahrwerk, hat bis auf das
Bugradservo, die komplette Antriebs- und RC- Technik den Absturz
"überlebt".
Erklärbar ist das dadurch, dass als erstes der linke Flügel den
Boden berührte und damit das Modell ein halbes Rad über den Bug
und den rechten Flügel hinweg "drehte". Dabei wurde das
vergleichsweise schwere Heck durch die dabei auftretenden
Kräfte, vom Rumpf abgerissen.
Die ganze Energie wurde dabei wohl von den in den Flügel
verbauten CFK-Holmrohren "aufgenommen". Dabei brachen die Rohre
im linken Flügel komplett durch, der Bug wurde bis vor den
Flügel, komplett in "Einzelteile zerlegt" und der rechte Flügel
danach so stark durchgebogen, dass die äussere Holzstruktur
aufbrach, aber die CFK-Rohre nicht mehr durchgebrochen wurden.
Dadurch wurden die Motorgondeln und das Rumpf-Mittelstück so gut
geschützt, dass nur das Modell selbst "dran glauben musste". Ich
denke bei einem "reinen Holzflügel" wie ich sie heute baue,
wären sie so zertrümmert worden, dass auch die Motorgondeln
"zerlegt" worden währen. Die "elastischen" CFK-Rohre hingegen,
dürften ähnlich Federn einen guten Teil der Aufprallenergien "so
abgeleitet haben", dass dieses Schadensbild entstehen konnte...
Fazit: Ich habe mich damals bewusst für
diese einfache, leichte, aber auch (vergleichsweise)
fehleranfällige (RC) Stromversorgung entschieden, da das vor 25
Jahren "Stand der Technik war" und es später aufgrund des
Modellalters für mich keinen Sinn machte, das noch zu ändern.
in all den Jahren ist mir so etwas noch nie passiert, aber es
kann vorkommen... |